Manche lieben es, manche hassen es: Die ewige Verfügbarkeit, immer zu wissen, was eine Person gerade tut. Dies geht mit Twitter. Eine Bekannte von mir ist eine begeisterte Twitter-Anhängerin und postet wirklich ständig, was sie gerade macht. Egal, ob sie zum Einkaufen geht, Freunde besucht oder ihre Wohnung putzt, alle müssen es wissen, ob sie wollen oder nicht! Nur eines hat sie nicht gepostet: „Ich bin dann mal bei der mpu!“.
Das war ihr dann doch zu peinlich! Und dies ist wirklich ungewöhnlich, denn ich habe schon viele ihrer Mädelsabende über Twitter mitverfolgt und dann irgendwann kopfschüttelnd beschlossen, ihre Nachrichten zu ignorieren, weil ich mich schon fremdgeschämt habe. Warum also ist es ihr peinlich, bei der mpu zu sein? Gilt die MPU denn heutzutage noch immer als Idiotentest? Ich dachte, diese Zeiten wären längst vorbei. Es hat mich also brennend interessiert und ich fragte nach.
Als Antwort bekam ich von meiner Freundin, dass es nun doch wirklich niemanden interessiere, dass sie zur MPU müsse. Es gehe niemanden etwas an. Ich musste automatisch lachen und fragte zurück, ob sie denn meine, es würde irgendjemanden da draußen interessieren, wenn sie ihre Wohnung putzen würde oder zum Einkaufen fahren würde. Daraufhin wurde sie sauer und gab sich auch ein wenig beleidigt. „Ich dachte, es wäre schön für euch, an meinem Leben teilhaben zu können!“, meinte sie und schaute mich mit vorwurfsvollem Blick an.
Ich erwiderte, dass dies auch stimme, doch müssten ihre Berichte nicht so ausführlich sein und setzte hinzu, dass ich nicht alle 2 Stunden darüber informiert werden müsste, was bei ihr gerade los sei. Dazu schüttelte die nur den Kopf. Ich glaube, manche Menschen merken gar nicht mehr, wie abhängig sie sich von den neuen sozialen Netzwerken gemacht haben und manche vergessen auch, dass die Informationen im Netz gespeichert werden. Ich persönlich möchte nicht, dass so viele Menschen lesen können, wie es mir gerade geht. Und ihr?!





















